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Re: Frage wegen der Datenschutz-Grundverordnung

(Olli, 9.5.2018 12:17)

Helmut Seger schrieb:

Olli schrieb:


@Helmut: Da hast Du als Fotograf leicht reden. Explizit ist der Betreiber in der Pflicht, Deine Verstöße als Fotograf zu sanktionieren. Thomas hat also den Ärger und Du kannst mit den Schultern zucken. Das ist nett gesagt, aber das funktioniert nicht auf Dauer. Irgendwann zieht der Verantwortliche die Reißleine, das wäre wohl zu erwarten, und genau das wollen wir alle nicht.

@Helmut 2. Wo Du nicht fein raus bist: Bisher war nur die Veröffentlichung durch das KUG betroffen. Fotos machen durftest Du. Die DSVGO betrifft aber auch das Foto machen (es sei denn Du knipst analog und schreibst nichts zum Foto auf. Kommt jemand versehentlich auf Dein Bild, so erhebst Du Daten.



@Olli: Welche Verstöße kann ich als Fotograf von Sachen begehen? Das erschließt sich mir aus Deinen Ausführungen nicht. Wenn ich einen Zug in der Landschaft, ein Schiff auf dem Wasser, ein Gebäude in einer Stadt oder ein Tier in der Natur fotografiere und dazu Ort und Datum angebe, habe ich keine personenbezogenen Daten verarbeitet. Die DSGVO kann dabei also gar nicht zum Zuge kommen.
Welches Problem soll also vorliegen?

Anders ist es bei der Fotografie von Personen. Thomas betreibt aber keine Seite "Menschenbilder" oder so. Vielmehr achten die Admins darauf, dass die Persönlichkeitsrechte der zufällig im Foto als Beiwerk zu sehenden Personen geachtet und Gesichter unkenntlich gemacht werden. Woraus sollte sich also ein Problem durch die DSGVO ergeben?

Das KUG wird durch die DSGVO nach meiner Kenntnis nicht geändert, nur das BDSG. Und Du wirst doch wohl nicht allen Ernstes behaupten, wir dürften künftig keine Personenfotos im Familien- und Freundeskreis machen und auf den Bilddateien notieren, welche Personen auf dem Foto zu sehen sind. Wer sich unberechtigt Zugang zu meinen Computer verschafft, um an diese Fotos zu kommen, handelt kriminell.

@Helmut: Je tiefer man sich in die Materie einliest, um so furchtbarer werden die Gedanken, wie das weiter geht. Was ich behaupte ist schon mal belanglos, weil ich weder rechtsmaßgeblich bin noch Dir eine Rechtsberatung geben kann und darf. Alles was ich fortan schreibe in diesem Thread, ist unter diesem Vorbehalt. Ich habe nur versucht, ein wenig die verschiedenen Meinungen von verschiedenen Rechtsauffassungen zum Thema ein klein wenig zusammenzufassen. In der Jahresitzung unseres Stadtsportverbandes gestern abend wurde deutlich, dass die Vereine noch viel stärker betroffen sind. Insbesondere sehe ich bald einen akuten Mangel an Leuten, die bei den Anforderungen noch bereit sind, sich irgendwie gesellschaftlich und ehrenamtlich zu engagieren. Insofern betrifft es mich vierfach, im Sportverein, bei BB als Admin, als User und als Hobbyfotograf. Grund genug, sich eingehender mit der DSVGO zu beschäftigen.

Das KUG wird nicht geändert. Aber in dem Bereich streiten sich bereits zwei Gesetze, Urheberrecht und Datenschutz. Regel in der deutschen Rechtssprechung war meist, die Kunst gewinnt. Es ist aber nun mal so, dass nach einer gewissen Übergangsfrist, EU-Richtlinien und Verordnungen in den einzelnen Ländern umzusetzen sind, EU-Recht bricht Landesrecht, genauso wie Bundesrecht Länderrecht bricht (Hessen hatte bis vor kurzem die Todesstrafe in der Verfassung, was nicht gültig war, weil das Bundesrecht die Todesstrafe untersagt).

Das will heißen, ohne irgendeine gesetzliche Aktion der deutschen Regierung und/oder des Bundestages tritt am 25.05.2018 automatisch die DSVGO in Kraft und bricht Bundesrecht. Das ist eine neue Situation. Die DSVGO lässt ausdrücklich Ausnahmen durch die einzelnen Länder zu, wenn dort irgendwas beschlossen ist. Leider macht unsere Regierung Merkel genau das, was sie seit dem Amtsantritt 2005 macht, keinen Finger krumrühren und aussitzen... Folglich, wenn nicht noch ein Wunder von Berlin passiert, trifft uns die Vertragkeule hart und die DSVGO tritt ohne Umschweife in Kraft. Das KUG wird nicht geändert, gilt aber nicht mehr.

Das KUG und die darauf basierende Rechtssprechung regelt beispielsweise Veröffentlichung von Menschen als Beiwerk (beispielsweise über 5 Personen auf dem Bild etc.). Ist ab 25.5. außer Kraft. Neu ist, dass bei privaten Personen der Betreiber der Plattform zur Rechenschaft gezogen wird.

Das KUG regelt ausschießlich die Veröffentlichung von Daten/Kunstwerken/Fotos, wie auch immer Du das nennen willst. Die DSVGO hingegen regelt die Datenerhebung, also bereits das Fotografieren, beißt sich zwar dort mehrfach in den Schwanz, was aber die echte Abmahnmafia nicht abschrecken dürfte. Und da steckt der Teufel tatsächlich im Detail der unzähligen handwerklichen Fehler, die nachträglich in die DSVGO auf Betreiben der europäischen Regierungen und sonstiger Lobbyisten eingefügt wurden. Du kannst zwar mit dem Tintenfass nach diesem Teufel werfen, aber ob das hilft? Beispiel, Bilder von einer Dampffahrt mit lauter gutgelaunten Leuten -abwechselnd winkend- auf den Plattformen, aus den Fenstern schauend. Ab dem 25.5. ist es höchstwahrscheinlich illegal, auf den Auslöser zu drücken, weil Du Daten erhebst. Du brauchst irrwitzigerweise ein schriftliches Einverständnis.

Das mit dem Privat scheint beim Bloggen bereits zu enden. Meines Erachtens scheint man sich aber nur Gedanken für den Fall gemacht zu haben, dass Werbung eingeblendet wird, dann ist alles bereits offiziell kommerziell. Deine Familienfotos sind nicht gefährdet, aber bereits auf der Hochzeit fotografiert? Also Fotograf darfst Du die Bilder nicht weitergeben, via dem Hochzeitspaar schon...

Kurz und gut. Unsere Regierung hat uns völlig im Stich gelassen, jetzt müssen wir schauen, wie sich das weiterentwickelt. Die Rechtssprechung kann man erst nach dem 25.5. beurteilen. Dabei ergibt sich aber mindestens ein halbes Jahr völliger Rechtsunsicherheit. Bis dahin ergibt sich erst mal ein juristisch Wilder Westen, mit den guten Rechtsanwälten, bösen marodierenden Abmahnbanden, dazwischen die normalen Siedler und uns Indianern auf der Fotopirsch. Dreimal darfst Du raten, wer das Freiwild ist...

Felix Austria und Helvetia, dort hat man das Problem nicht. Für die Eidgenossen ist die DSVGO nicht relevant und bei den Österreichern hat erstaunlicherweise die Regierung ihre Hausaufgaben gemacht.

Zum Thema wer kriminell handelt. Die DSVGO ist da eindeutig, der Mensch hingegen wird ganz schnell die handwerklichen Fehler in der DSVGO als kriminell einstufen. Ich bin sicher das letzte Wort ist da nicht gesprochen, aber der Streit wird auf dem Rücken der gebüßten Sünder erst mal ganz heftig ausgetragen.









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Beitragsreihenfolge:
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                                    Re: Frage wegen der Datenschutz-Grundverordnung Olli 9.5.2018 12:17
                                       Re: Frage wegen der Datenschutz-Grundverordnung Helmut Seger 9.5.2018 13:58
                                          Re: Frage wegen der Datenschutz-Grundverordnung Olli 9.5.2018 15:20
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