Klaus Bach wrote: Valentin wrote:
In erster Linie hat die Atomenergie ein Lagerungsproblem, das unlösbar ist. Es weiß nämlich keiner, was innerhalb der langen Halbwertszeiten mit z.B. einem Salzstock passieren kann. Man schaue nur nach Asse, wo die Fässer jetzt in Wasser rumdumpeln. Derart lange gefährliches Material kann meiner Meinung nach garnicht vernünftig gelagert werden, was für mich allein schon zu nur einem Schluss führt: Atomenergie - nein danke!!
Exakt. Es gibt kein Endlager, das Zeug wird aber dennoch irgendwo verstaut. Das heißt, es gibt oder wird jemanden geben, der irgendwann die Zeche bezahlen muß für den billigen Atomstrom. Die Stromkonzerne werden das voraussichtlich nicht sein.
Kontaminiert sind wir alle worden 1986, und die krebskranken Kinder in Weißrußland und der Ukraine sind heute 24 Jahre und älter, sofern sie es überhaupt überlebt haben. Nicht, daß das heute noch ein großes Thema wäre. In der Gegend um Minsk gibt es Areale, die völlig unbewohnbar sind. Natürlich kostet der m² dort nicht die Welt, es sind aber sehr viele, und diese Zeche hat auch die Allgemeinheit bezahlt. Wahrscheinlich hätten wir auch davon nie erfahren, wenn die Dimension etwas kleiner gewesen wäre und sich nicht die Schweden gefragt hätten, warum es sein kann, daß es im Kraftwerk auf einmal weniger radioaktiv ist als draußen. Und ich erinnere mich noch an die Milch, die man zuerst etwas abklingen hat lassen und dann in die Flüsse gepumpt hat. Und über Jahrzehnte hat man mit Pilzen vorsichtig sein müssen (muß man, je nach Herkunft, wahrscheinlich heute noch).
Es ist es einfach nicht wert, das fällt aber nicht auf, weil der Erzeuger das Risiko nicht trägt und den Schaden nicht bezahlt.
Der schnelle Brüter ist noch weniger beherrschbar als ein gewöhnliches Kernkraftwerk und erzeugt überproportional mehr und agressiveren Dreck als ein solches. Keine gute Idee.
Es fällt auf, daß vielfach Zeitdruck behauptet wird im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Auch fällt auf (mir jedenfalls), daß es extrem viele Parallelen gibt zum Waldsterben, im Grad der Panik, in den in der Folge dann reduzierten Bedrohungsszenarien, im sozialen Druck unter den befaßten Personen, und Euch fällt wahrscheinlich auch auf, daß das Waldsterben kein Thema mehr ist.
Wenn man sich näher betrachtet, in welche Abhängigkeiten man sich begibt zu Erzeugerländern, sei es jetzt bei Erdöl oder bei Uran, und welche extremen Investitionen man tätigen muß, nur um das Werk am laufen zu halten, und wie sehr man dadurch die schon von Haus aus ungünstigen Abhängigkeiten noch zusätzlich steigert, dann muß man schon zum Schluß kommen, daß es höchste Zeit ist, hier etwas zu unternehmen.
Fast symptomatisch, dass hierauf keiner antwortet. Würde mich aber freuen ;-)