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[Antwort schreiben] [Zurück zum Forum]Re: CNL mit +130 IN DER BEREITSTELLUNG
(Stefan Wohlfahrt, 25.8.2010 13:44)Thomas Wendt schrieb:
Hallo,
also meine Erfahrungen sind auch weitgehend positiv, wenngleich ich beklage, dass bestimmte Zugklassen keine nachvollziehbaren Qualitätskriterien haben. So scheinen - ich schrieb das ja kürzlich - die "teuren" Intercities nicht zwingenderweise ein BordBistro zu haben, was in dem Falle, dass man sich knurrenden Magens darauf verlässt, schon ärgerlich ist. Die Intercities, die beispielsweise frühere Interregios ersetzen, sind somit teurer und haben oft einen geringeren Qualitätsstandard. Besonders wer aufs Geld schaut, wird da wenig begeistert von der Bahn sein, denn das Preisniveau ist nicht unbedingt gering.
Allerdings muss man natürlich sagen, dass die Bahn nicht an allen Verspätungen Schuld hat und dass sie keineswegs das am wenigsten perfekte Verkehrssystem ist. Auch im Flugzeugbereich kann man in den Medien derzeit viel schlechtes lesen, besonders in Bezug auf Billigflieger und deren Service. Auch hier sind Verspätungen durchaus nicht unüblich. Und auch Autos verspäten sich, das wird oft nur deshalb nicht bemerkt, weil man eben keinen Fahrplan hat. Schon allein die vielen "Bauernopfer" dieses Verkehrssystems, immerhin um die 15 Tote pro Tag, stehen in keiner Relation zu den Unannehmlichkeiten eines liegengebliebenen Zuges, über den deutschlandweit in der Presse informiert wird - im Gegensatz zu den zahlreichen Unfällen im Straßenverkehr mit ihren dramatischen Folgen.
Warum der Zug aus Berlin +130 hatte, kann ich hier aus den Medien nicht erfahren, also wars entweder tatsächlich Bahnverschulden oder ein "Personenunfall". Prinzipiell kann ich aus meiner Beobachtung schon sagen, dass sowohl der Zugverkehr Richtung NRW als auch Richtung Polen ganz gut klappt. Aber als bisher selten von Verspätungen Betroffener habe ich vielleicht auch gut reden ...
Sorgen habe ich bezüglich der Wartungsstandards der Bahn. Häufig fehlende Wagen, im Winter ausfallende ganze Baureihen, Klimaanlagendesaster - wird hier eventuell auch an der Sicherheit gespart, so wie man es in Berlin bei der S-Bahn erleben durfte? Die "Wartung ist uns zu teuer"-Mentalität kam hier schließlich vom Mutterkonzern.
Mit nachdenklichen Grüßen,
Thomas
Hallo Thomas
die gute, alte Staatsbahn hatte zwei Maximen: Sicher und Zuverlässig. Seit "man" aber mit der Bahn Geld verdienten kann, ist die Zuverlässigkeit relativ geworden, denn es ist kaum wirtschaftlich, einen zuverlässigen Betrieb zu bieten.
Dass auch Sicherheit seinen Preis hat, ist bekannt und dass auch bei der "Sicherheit schon der Versuch unternommen wurde, "die Kosten zu optimieren" wissen die Berliner aus eigner, leidvollen Erfahrung.
Zur Pünktlichkeit im Fernverkehr: Es ist ganz klar, dass ein Zuglauf Binz - Stuttgart auf seinem langen Weg weit mehr das Riskio eingeht, durch irgend eine "Betriebsstörung" aus dem Fahrplan geworfen zu werden, als ein zwischen A und B pendelnder RE. Ein weiters Problem im Europäischen Verkehr ist zudem, dass jede Gesellschaft "ihr eignes Süppchen" kocht, wie man ja in Ulrichs Beispiel sehen konnte. Früher hiess dass dicke Buch mit den Fahrzeiten der Züge "Amtliches Kursbuch" und es verkündet die Wahrheit, heute hiess es "Offizieles Kursbuch" und ist schon falsch, wenn aus der Druckerei kommt...
Gruss Stefan
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