Angesichts eines Themas in der Fotogruppe bin ich über folgendes Thema gestolpert.
Wie bringe ich Streetfotografie und Straßenbahnfotografie unter einen Hut? Ist die Fotografie von Straßenbahnen vielleicht sogar bereits Streetfotografie? Wo liegen die Grenzen und wo gibt es Gemeinsamkeiten?
Ich bin auf eine rege Diskussion gespannt.
Grüße Michael
Hallo Michael,
die Frage ist, als was man Streetfotografie definiert. Ich verstehe sie so, dass damit Alltagssituationen abgebildet werden, bei denen der Mensch im Vordergrund steht. Bei der Straßenbahnfotografie kann ich natürlich nur für mich sprechen: Dabei stehen die Fahrzeuge und die Stadtarchitektur im Vordergrund, Menschen versuche ich - auch wegen der DSGVO - auszublenden. Ich frage mich aber auch, wo die Grenze zum Voyeurismus liegt, wenn ich ungefragt mir unbekannte Menschen fotografiere, um damit "Likes" im Netz zu erzielen...
Fazit: Berührungspunkte kann ich eigentlich nicht erkennen.
Greuß Horst
Nennen wir es mal Straßenfotografie. Denn mit dem englischen Begriff erschlagen wir die Fotografie des "Erfinders" oder zumindest des wichtigsten Vertreters Henri Cartier-Bresson nicht wirklich. Die Kombination mit der Bahn allerdings, das dürfte eine eigenständige Variante sein.
Aber hier fängt das Problem schon mal an. Die Fotorechte sind momentan relativ klar umrissen. Mehr als 5 Personen im öffentlichen Raum kann man veröffentlichen, ohne alle fragen zu müssen. Der Bahnhof allerdings kennt nur das Hausrecht. Dort gebietet die Bahn die Persönlichkeitsrechte und untersagt die Veröffentlichung. Also hast Du nur Sicherheit, wenn Du die abgebildeten Personen auch gefragt hast. Lediglich, wenn Du von der Straße aus fotografiert hast, gilt die Panoramafreiheit, nicht jedoch vom Bahnsteig.
Ich bin das offener für diese Art der Fotografie als meine Vorredner, aber die korrekte Form muss gewahrt bleiben. Beispielsweise sollten die Menschen niemals nachteilig dargestellt sein. Gleich beim Fotografieren vorsorglich fragen, das klappt auch oft, zumal inzwischen Selfies für eine ganz andere Einstellung der Menschen zum Foto gesorgt haben. Dann hast Du ganz gute Sicherheit.
Selber bin ich auch schon Opfer der Straßenfotografie geworden. Beim Fotografieren wurde ich gefragt, bei der Veröffentlichung nicht. Etwa 5 Jahre später tauchte das Bild in einer Fotoausstellung auf. Ich kann nur sagen, zur Vernissage war ich eingeladen, das Foto war nur grandios.
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