Karl Sauerbrey schrieb: Valentin P. schrieb: Stefan Brümmel schrieb:
Hallo
kann mir jemand sagen, woher die Lokführer wissen, ab wann sie mal langsam anfangen müssen zu bremsen wenn sie auf einen Bahnhof zufahren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das nach Gefühl geht. Es gibt ja auch Leute die haben kein Gefühl für Entfernung oder sind neu bei der Bahn - da kann man sich schlecht auf das Gefühl von den Menschen verlassen.
Ich könnte mir vorstellen, dass es a) ne Markierung an der Strecke gibt (die wäre mir aber sicherlich mal aufgefallen) oder b) ein Signal im Bordcomputer angezeigt wird (wenn Ja, wie war das zu der Zeit vor Computern?). Jedenfalls rollen die Züge teilweise sehr schnell in Bahnhöfe oder Sack-Bahnhöfe ein, sind aber eigentlich nie zu schnell (um über das Ziel hinauszuschießen) oder gar zu langsam um nochmal nachzusetzen. Es passt immer.
Ab wann wird gebremst? Wer gibt die Info an den Lokführer?
Dass es nicht immer passt, beweist zum Beispiel dieses Foto:
http://www.bahnbilder.de/name/einzelbild/number/97871/kategorie/suchen/suchbegriff/Valentin+P./digitalfotografie/144.html
Allerdings kann ich dir ansonsten nicht weiterhelfen ;-)
MfG, Valentin
Hallo Stefan und Valentin,
leider kann ich auch nicht viel weiterhelfen. Ich weiß nur, dass die Lokführer vom Zugführer bei Veränderungen am Zug (Ab- oder Anhängen) einen sogenannten Bremszettel erhalten, auf dem das Zuggewicht und weitere Daten stehen. Der Lokführer bremst nach Vorgaben, Erlerntem und Erfahrung; er kennt die Strecke oder hat einen "Lotsen" dabei. Kritisch kann es bei nassen oder mit Laub belegten Schienen werden. Da wird dann ggf. schon mal Sand gestreut.
Ich habe einmal erlebt, dass sich ein Lokführer bei einem total überfüllten Doppelstockzug geweigert hat, weiter zu fahren, weil die Bremsen der Doppelstockwagen sich entsprechend dem Zusteigegewicht anpassen. Bei dem Übergewicht des Zuges hätten die Bremsen leicht aufgelegen, wären heiß gelaufen und somit hätte die Bremskraft beim nächsten Halt vielleicht nicht gereicht. Der Lokführer hat drei zusätzliche Wagen aus dem Gleisvorfeld holen können und mit ca. 25 Minuten Verspätung aber sicher ging es dann weiter.
Ein Lob an die verantwortungsbewußten Lokführer an dieser Stelle.
Zu Deinem Foto Valentin; kann es sein, dass der Zug einfach nur zu lang war? Solche Situationen gibt es häufig, z.B. in München, da muss der Zugführer manchmal den Bahnsteig heruntersteigen und im Schotter bis zur Lok vorlaufen.
Ich weiß noch von Sackbahnhöfen, wenn der Zug zu nahe an den Prellbock kommt oder gar berührt, ist sofort ein Bahnsicherungsdienst da, der den Lokführer überprüft. Diesen Ärger erspart sich jeder Lokführer gern.
MfG Karl
"Nächster Halt Treuchlingen" ...
und wir wunderten uns, wie lang die Bahnsteig in Treuchline war, bis wir aus dem Lautsprecher hörten, was wir vermutenten: der Lokführer hatte den Halt in Treuchlingen übersehen.
Ähnliches erfuhren wir in Dole - der TGV kam erst nach den Bahnsteigen mit quitschenden Bremsen zum Halten.
Das Zurücksetzen des Zuges ist Sicherheitstechnisch ziemlich delikat, in Treuchlingen, wie in Dole, der Unterschied bestand lediglich darin, dass in München "die Anschlüsse leider nicht abgewartet werden konnten", während in Paris zwar keine Anschlüsse bestanden, der Lokführer aber die Verspäteung aufholen konnte...
Doch zurück zum Thema: Jedes Kind kann einen Zug fahren, zum bremsen aber braucht es einen Lokführer. Oder anders gesagt: Lokführer ist ein sehr gefühlsvoller Beruf und hat viel mit Erfahrung zu tun.