Christine Wohlfahrt schrieb: Hanspeter Reschinger schrieb:
@Kai, eigentlich @all.
Ich bin mir sicher, dass die, die Zahl derer, die tatsächlich absichtlich schwarz fahren, die, die Entwerter verstopfen (bei uns war es eine Zeitlang Mode, Kaugummis rein zu stecken) usw usw. viel viel höher ist, als die ca. 100 Fälle, die bei STERN TV zur Sprache kamen, allerdings sind 100, auch für so ein großes Land wie Deutschland, wo täglich 3 Mio (ich hoffe, ich hab das jetzt noch richtig im Kopf) meiner Meinung nach nicht gerade wenig.
LG
H.P.
Hallo zusammen,
als Reisezugbegleiterin der SBB kann ich nur aus eigener Erfahrung etwas dazu sagen.
Ich bin tagtäglich in der ganzen Schweiz unterwegs und begegne dabei jeden Tag sehr vielen Reisenden. Es gibt auch keinen Zug, wo ich keine Reisenden ohne gültigen Fahrausweis antreffe.(Schön wär's)Die Ausreden sind zahlreich und so gut wie jeder Schwarzfahrer macht selbstverständlich alle anderen Umstände oder den anwesenden Kontrolleur für seine Misere verantwortlich. Dazu muss man einmal ganz klar sagen: Es ist für uns unmöglich vom Zug aus festzustellen was ausserhalb des Zuges passiert oder nicht. Das kann ich nicht überprüfen! Den Moment jedoch in dem ich mich mit dem Kunden genau jetzt befinde, den kann ich einschätzen. Als Zugbegleiter ist es dann an mir eine Lösung zu finden die sowohl den Vorschriften entspricht, und entweder dem Kunden entgegen kommt, oder je nach Lage der Dinge ihn nun mal auch die Konsequenzen seiner Schwarzfahrerei spüren lässt. Jede Kundensituation ist ein wenig anderst, und mit den Jahren entwickelt man ein Gespür für besondere Kunden. Es steht jedem Kunden - und das sage ich ihnen auch - frei sich hinterher über mich zu beschweren, aber in dem Augenblick haben sie keinen gültigen Fahrschein und ich muss eine Lösung finden, das ist mein Job.
In den zehn Jahren bei der SBB gab es bisher nur eine einzige Kundenreklamation, die sich aber nachdem ich die Lage der Dinge von meiner Sicht aus dargestellt habe in Luft aufgelöst hat und der Kunde gezahlt hat.
@Thomas, ich glaube nicht das es noch mehr Schulungen braucht, eher ein wenig mehr Gespür für die einzelne Situation.
Eines noch zum Schluss: Kinder werden bei uns nie aus dem Zug gewiesen, dafür haben wir andere Möglichkeiten und ausserdem ist das auch ganz klar untersagt.
Grüsse aus Blonay
Christine
Warum hat man es denn in der Schweiz im Griff und in Deutschland nicht? Da werde ich nicht schlau draus.
Ehrlich gesagt bin ich mit einem 1.-Klassticket aus dem Angebot der DB in der Schweiz auch schwarz gefahren. Im Schweizer Zug war es nur für die 2. Klasse gültig aber nirgendwo ein Hinweis im Ticket. Im CIV-Anteil der KArte stand ganz klein dann 2. Klasse. Folglich fuhr ich in der Schweiz der Definition nach schwarz. Bei der seit einiger Zeit eingeführten Nulltoleranzstrategie dort hätte ich zahlen müssen (80 SFr/Christine bitte korrigiere mich, wenn ich was falsch darstelle) und mir wohl Schadensersatz bei der DB holen müssen. Der Schaffner war dennoch kulant und ließ mich in die zweite Klasse umsteigen. Ob er es aber mit allen Ausländern so gemacht hätte? Ich nehme es mal für ihn an...